Ein Dorf am breiten Wasser (bis 1600)
Bredene entstand als kleines Dorf an einer höher gelegenen Stelle in einer Landschaft, die regelmäßig vom Meer überflutet wurde.
- Das breite Wasser: der Name Bredene kommt von breeden-ee, dem breiten Wasser, und verweist auf die Noordede, einen alten Priel, der heute in die Spuikom mündet.
Römische Funde: im Turkeyenhof sind gallo-römische Funde aus der Zeit von 70 bis 100 nach Christus zu sehen.- Sankt Richarius (1087): die Kirche von Bredene wird 1087 erstmals erwähnt, als Priorat der Abtei Saint-Riquier; Sint-Rikier ist bis heute der Schutzpatron von Bredene.
- Auf dem höchsten Punkt: die Sint-Rikierskerk steht auf dem höchsten Punkt der Umgebung, weil das Land oft unter Wasser stand.
- Ein mittelalterliches Gräberfeld: 1976 wurden in der Fazantenlaan 25 Skelette gefunden, die aus der Zeit zwischen 1365 und 1455 stammen.
- Hof Turkeyen: der Hof, auf dem heute das Turkeyenhof steht, wird schon in Urkunden des 13. Jahrhunderts und auf der Karte von Pieter Pourbus von 1565 erwähnt.
Die Belagerung von Ostende, die Fischerkapelle und Sas-Slijkens (1599 bis 1800)
Durch die Lage neben Ostende geriet Bredene um 1600 mitten in den Krieg.
- Eine spanische Festung (1599): 1599 bauten die Spanier in Bredene eine Festung mit einem Erdwall rund um das Dorf, zur Vorbereitung der Belagerung von Ostende.
- Der Turm gesprengt (1600): als die Truppen von Moritz von Nassau 1600 heranrückten, verließen die Spanier die Festung und sprengten den Kirchturm.
- Wiederaufbau und Brand: die Kirche wurde 1627 wiederhergestellt, 1640 durch einen Brand schwer beschädigt und 1699 um zwei Seitenschiffe und einen hölzernen Glockenturm erweitert.
Das Turkeyenhof (1737): der Hof wurde während der Belagerung zerstört; das heutige Wohnhaus des Turkeyenhof wurde zwischen 1737 und 1746 gebaut. Die Fischerkapelle (1736): 1717 bauten Fischer eine kleine Holzkapelle in den Dünen, und 1736 entstand die steinerne Fischerkapelle Onze-Lieve-Vrouw-ter-Duinen, seitdem ein Wallfahrtsort der Fischer.- Sas-Slijkens (1676): 1676 entstanden Schleusen zwischen dem Kanal nach Brügge und dem Hafen von Ostende; nach einem Bruch 1752 folgten ein neuer Schleusenkomplex und Sägemühlen, und so entstand das Viertel Sas-Slijkens.
Bauernstraßenbahn und königliche Projekte (1800 bis 1945)
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert blieb Bredene ein ländliches Dorf, doch es kamen neue Verbindungen und Einrichtungen hinzu.
- Grenze zu Ostende (1807): 1807 wurde die Grenze zu Ostende festgelegt; durch das Wachstum des Hafens verlor Bredene später Teile seines Gebiets an Ostende.
- Eine neue Kirche (1907): weil die alte Kirche baufällig war, wurde sie nach 1871 abgerissen; die neue Sint-Rikierskerk war 1907 fertig.
- Die Bauernstraßenbahn (1886): 1886 nahm die Dampfstraßenbahn von Ostende über Sas-Slijkens und Bredene-Dorf nach De Haan und Blankenberge den Betrieb auf; ab 1909 fuhr sie elektrisch, bis 1955.
- Koninklijke Baan (1904): mit dem Bau der Koninklijke Baan 1904 verschwand das alte Viertel Turkeyen, das dem Turkeyenhof seinen Namen gab.
- Koninklijk Werk IBIS (1906): 1906 gründete Prinz Albert, der spätere König Albert I., in Sas-Slijkens das Koninklijk Werk IBIS, wo Fischerkinder eine Seemannsausbildung erhielten.
- Die Losung: bis 1910 wurde per Los bestimmt, wer Soldat werden musste; Bredene war Hauptort eines Milizkantons, und die Lostrommel steht heute im Turkeyenhof.
- Eine Rennbahn in den Dünen: zwischen den Weltkriegen lag im heutigen Naturgebiet D'Heye eine Pferderennbahn.

Dünen, Campingplätze und Seebad (1945 bis heute)
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bredene ein Seebad mit eigenem Charakter: ohne Deich, aber mit einer durchgehenden Dünenreihe und vielen Campingplätzen.
Der Wasserturm (1955): seit 1955 prägt der Wasserturm von Bredene die Silhouette des Dorfes.- Bredene-Duinen: der touristische Ortsteil Bredene-Duinen hat keinen Deich, sondern eine für Belgien einzigartige, durchgehende Dünenreihe am Strand.
- Campingplätze: zwischen Bredene-Duinen und De Haan liegen Dutzende Campingplätze, die Bredene zu einer der großen Campinggemeinden der Küste machen.
- Heimatverein Ter Cuere: 1966 wurde der Heimatverein Ter Cuere gegründet, der seit 1979 im Turkeyenhof ein Museum zur Geschichte von Bredene betreibt.
- D'Heye (1993): die alten Binnendünen von D'Heye wurden 1993 geschützt und gehören heute zum Natura-2000-Gebiet der Küstendünen.
- FKK-Strand (2001): seit 2001 hat Bredene als einziger belgischer Badeort einen offiziellen FKK-Strand.


